Meldefrist für die Künstlersozialabgabe läuft am 31.03. ab

Unternehmer haben nur noch bis 31. März Zeit, die von Künstlern, Journalisten und Publizisten bezogenen Leistungen zu ermitteln und an die Künstlersozialkasse (KSK) zu melden. Die Höhe der Abgabe ist in den letzten Jahren um ein Drittel gestiegen und liegt derzeit bei 5,2 Prozent. Aktuell versenden die KSK und auch die Deutsche Rentenversicherung wieder Beitragsmeldungen und Hinweise, denn ab 2015 ist die KSK-Abgabe Bestandteil einer Betriebsprüfung.

Wer ist von der KSK-Abgabepflicht betroffen?

Die Abgabenpflicht ist in § 24 KSVG (Künstlersozialversicherungsgesetzt) sehr weitgehend geregelt. Von der Abgabenpflicht sind nicht nur die Betriebe der Kunst- und Kreativwirtschaft (Werbeagenturen, Theater, Orchester etc.) betroffen, sondern prinzipiell alle Unternehmen:

"Zur Künstlersozialabgabe sind (...) Unternehmer verpflichtet, die für Zwecke ihres eigenen Unternehmens Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen."

Was bedeutet nicht nur gelegentlich?

Der Begriff der gelegentlichen Auftragserteilung ist dabei sehr eng gefasst und wurde in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. Mittlerweile reicht es bereits aus, wenn die Summe der Entgelte an selbständige Künstler und Publizisten pro Kalenderjahr 450 Euro erreicht oder übersteigt.

Aufträge werden nur gelegentlich an selbständige Künstler oder Publizisten (...)  erteilt, wenn die Summe der Entgelte nach § 25 aus den in einem Kalenderjahr (...) erteilten Aufträgen 450 Euro nicht übersteigt.

Auch wer mehr als drei Veranstaltung pro Jahr veranstaltet, bei denen Einnahmen erzielt werden und dazu Künstler oder Publizisten beauftragt ist zur KSK-Abgabe verpflichtet.

Zur Künstlersozialabgabe sind ferner Unternehmer verpflichtet, die nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, um deren Werke oder Leistungen für Zwecke ihres Unternehmens zu nutzen, wenn im Zusammenhang mit dieser Nutzung Einnahmen erzielt werden sollen. Werden in einem Kalenderjahr nicht mehr als drei Veranstaltungen durchgeführt, in denen künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen aufgeführt oder dargeboten werden, liegt eine nur gelegentliche Erteilung von Aufträgen

 

Wie hoch ist die Künsterlsozialabgabe?

Die Künstlersozialabgabe beträgt 5,2 Prozent und ist in den letzten Jahre um immerhin ein Drittel gestiegen. Ärgerlicher als die Bezahlung einer auch wirtschaftspolitisch umstrittenen Abgabe ist jedoch der bürokratische Aufwand für die Ermittlung der Beitragsgrundlage und das Meldeverfahren.

Entwicklung der KSK-Abgabe

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016
KSK-Abgabe 3,9% 4,1 % 5,2 % 5,2 % 5,2 %

 

Sofern Sie unter die Abgabepflicht fallen, müssen Sie bis 31. März eine Meldung bei der Künstlersozialversicherung für den Vorjahreszeitraum abgeben, sonst drohen Ihnen Bußgeld. Dies war zwar bereits in früheren Jahren so, wurde jedoch nur in Ausnahmefällen auch durchgesetzt. Darüber hinaus war der Begriff der nicht nur gelegentlichen Beauftragung großzügiger gefasst. Weiterhin kontrolliert die Deutschen Rentenversicherung im Rahmen der Betriebsprüfungen, ob Sie eine KSK-Meldung abgegeben haben.

Zusammenfassung

Von der Künstlersozialabgabe sind nahezu alle Unternehmen betroffen, die Werbung betreiben und dazu Selbständige Küntler / Publizisten beschäftigen und dafür 450 Euro oder mehr ausgeben. Die unnötig komplizierte Ermittlung der Beitragsgrundlage, das Meldeverfahren und die Überwachung im Rahmen der Betriebsprüfungen verursachen einen hohen Bürokratieaufwand, der in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Künstler und Publizisten steht. Nexus II e. V. bietet eine kostenlose Informationsveranstaltung zur Künstlersozialabgabe an, in dem wir auf das Meldeverfahren und Gestaltungsmöglichkeiten eingehen.

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